Lehrfahrt ins Elsaß am 30.Mai 2017

Mit 45 Teilnehmern startete die Fahrt ins Nachbarland unter der Führung von Obstbauberater Klaus Nasilowski. Kurz nach dem letzten Zustieg in Neuenburg ging es über die Landesgrenze, quer durch die grüne Lunge der Rheinebene, den Hardtwald bis nach Ensisheim und dann auf die Autobahn, bis in die Region um Colmar.

Die erste Betriebsbesichtigung fand im Betrieb Rolli in Bergheim statt, wo Frau Rolli die Gruppe den auf Mostobst, Haselnüsse und Direktvermarktung spezialisierten Betrieb auf schwierigen Bodenverhältnissen vorstellte. Die Apfelernte wurde, wie bei uns, weitestgehend vom Frost zerstört. Es besteht kaum noch eine Vertragsbindung zur ursprünglichen Kooperation mit der Kellerei Jacobi in Auggen, da die Erlöse den Aufwand nicht mehr decken. Nur die Selbstvermarktung und Weiterentwicklung von Produkten kann den Betrieb halten.

Ein interessanter Betrieb mit dem Nischenprodukt Heidelbeere konnte in Baldenheim besichtigt werden. Die junge, dynamische Obstproduzentin Frau Schnell hat sich hier einen 5 ha Betrieb mit Freilandheidelbeeren gekauft, um so eine Ergänzung zum elterlichen Gemüsebaubetrieb zu haben. Die Produkte werden alle selbst vermarktet.  Interessant war, dass nur dieses Areal die natürliche Voraussetzung = kleiner pH 5 für den Anbau hat. Die KEF war bis jetzt noch kein großes Problem, ist aber vorhanden und wird engmaschig kontrolliert. 2016 musste kurz vor Entschluss das Ernten deswegen abgebrochen werden. Eine Einnetzung oder Tunnelanbau ist angedacht, aus Kostengründen jedoch noch nicht realisiert.

 

In Dorlisheim wartete ein üppiges Spargelessen auf uns. Der Gemüsebaubetrieb Maurer servierte ein Mittagsmenue in französischer Manier. Interessant war, wie dieser Betrieb Produktion und Vertrieb verknüpfte mit einer modernen, zeitgemäßen Betriebsgestaltung: Erzeugen, Verkaufen, Einkaufen, Gastronomie und Unterhaltung. Der prägnante Gastronomiebetrieb im Blockhausstil neben den Gewächshäusern ist in verkehrsgünstiger Lage nicht zu übersehen.

Im Versuchsbetrieb VEREXAL durften die Ergebnisse von Forschung und Anbauerfahrung bei Kirschen, Äpfeln, Birnen, Zwetschgen, Aprikosen in Augenschein genommen werden und wurden uns im Detail vom Betriebsleiter vorgestellt. Auch hier hat der Frost erhebliche Schäden hinterlassen. Der Betrieb forscht im Auftrag der Landwirtschaftsverwaltung für das Elsaß, ist aber als Verein organisiert und muß sich selbst finanzieren. Sorten und Anbauverfahren sind mit den unseren wenig deckungsgleich. Es findet aber ein reger Informationsaustauch mit den Nachbarschaftsregíonen Baden und Pfalz statt.

Bei allen Betrieben gab es keine Verständigungsprobleme – die engagierten Betriebsleiter beherrschten unsere Sprache und waren offen zu den vielen Fragen, die Flexibilität in der Zeitplanung beanspruchte.

Der Obstbau im Elsass hat an der französischen Produktion einen kleinen Anteil, spielt aber für die regionale Produktion eine wichtige Rolle. Der seit 10 Jahren eingeführte Mindestlohn in der Landwirtschaft zwingt die Betriebsleiter über alternative Wirtschaftsformen nachzudenken. Genossenschaftliche Strukturen bestehen in der Vermarktung nicht.

Ein schöner Abschluss war der Besuch des alten elsässischen Weindorfes Ribeauvillé, wo schöne, gut erhaltene, malerische Gebäude zu bestaunen waren und kleine Betriebe zur Einkehr einluden.

Gert Willmann bedankt sich bei Klaus Nasilowski für die gute Organisation und Durchführung der Lehrfahrt und beim elsassversierten Busfahrer der Fa. Heizmann.

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