Experten gehen mit ihrem Wissen vermehrt hausieren

Von Jutta Schütz / Sa, 17. März 2018

KANDERN. Der Kreisobst- und Gartenbauverband Lörrach will jüngere Menschen für seine Arbeit interessieren. Ein erster Schritt ist gemacht: Die Homepage http://www.obstundgarten-loerrach.de kommt gut an. Termine und Texte zu den Angeboten des Verbandes sind gefragt.

Der Markgräfler Steinobsttag, den der Verband mit dem Landratsamt organisiert, hat überregionale Bedeutung erlangt. “Der Steinobsttag zieht mittlerweile Haupt- und Nebenerwerbs-Obsterzeuger weit über die Region hinaus an”, sagte der Vorsitzende Gert Willmann bei der Mitgliederversammlung in Wollbach. Jedes Jahr bemüht sich der Verband, exzellente Referenten zu aktuellen Themen zu gewinnen, und hat damit großen Erfolg. Wichtig ist den Mitgliedern auch der Streuobsttag. Für den nächsten Termin am 30. September in Weil sind bereits Pomologen kontaktiert worden, die Obst- und Gartenfreunden erneut die Bestimmung ihrer alten Apfel- und Birnensorten anbieten wollen. Der Verband bietet Baumschnittkurse an, war beim Dorfjubiläum Wollbach präsent und beteiligte sich an Terminen der Gläsernen Produktion. Im Frostjahr 2017 organisierte der Verband eine Schadensbegehung in Dossenbach in den Obstanlagen, die auch Politiker auf den Plan rief. “Das hat dann auch was gebracht”, zeigten sich Willmann und Geschäftsführer Klaus Nasilowski zufrieden.

Mit einer Spende beteiligte sich der Verband am Grünen Medienhaus: “Den Beitrag ist es wert, denn hier sitzen Experten, die Imagepflege betreiben, den Versand von Pressemeldungen an Verbrauchermedien zu gartenbaulichen Themen organisieren und auch Falschmeldungen auffinden und richtigstellen können”, erläuterte Willmann. Er betonte, dass im Lörracher Verband selbst Experten gemeldet sind, die auch Laien zu Fachthemen Auskunft geben können. Dass man mit dem Wissen, das man angehäuft habe, bei jungen Leuten mehr hausieren gehen muss, ist dem Vorsitzenden bewusst, denn jedes Jahr verliert der Verband Mitglieder, “die sterben oder umziehen, damit sinken die Einnahmen, weshalb wir den Mitgliedsbeitrag, der lange stabil war, erhöhen”, so Willmann.

2018 werden die Erwerbsobstbauern und die Obstbauern im Nebenerwerb ein Augenmerk auf die Ausdünnung der Blüte richten – “denn nach Frostjahren wird eine starke Blüte erwartet, wenn sie nicht erfriert”, so die Experten. Veranstaltungen gibt es zum Pflanzenschutz, eine Exkursion im Juni führt an den Kaiserstuhl. Nasilowski gab den vielen Zuhörern einen Rückblick auf das schwierige Jahr 2017. “Uns wurden Schäden auf drei Viertel aller Anlagen gemeldet, auf einem Viertel davon gab es gar nichts mehr zu holen”, rekapitulierte er. Erdbeeren und Kirschen kamen etwas besser davon, die Zwetschgen litten besonders, dafür gab es hier dann auch 60 Prozent höhere Preise. Auf 257 von 402 Hektar Erwerbsobstbau waren Schäden zu beklagen.

“76 Anträge auf Frosthilfe erreichten uns, 60 Erzeuger bekamen Geld”, hielt er fest. Insgesamt wurden 1,2 Millionen Euro vom Land ausgezahlt, “da waren Bayern und Baden-Württemberg vorbildlich”, so Nasilowski. Der Kreisobstbauberater hält die Einführung einer Mehrfachgefahrenversicherung für Landwirte und Obsterzeuger nun für hochaktuell – “hier sollte sich die Politik bewegen, denn in anderen EU-Staaten gibt es diese Versicherung längst”, konstatierte er.

» Mitglieder: 336

Ehrungen: Hans Schwald, Karlheinz Asal, Friedrich Rösch (40 Jahre), Georg Meier (50 Jahre), Otto Grässlin, Max Zumkeller (60 Jahre).
Zum Artikel: http://www.badische-zeitung.de/kandern/experten-gehen-mit-ihrem-wissen-vermehrt-hausieren
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